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Aktuell: Samstag, 27.6. 2015   14.00 Vernissage im Museum mit anschl. Apéro

 

Merowingisches Schmuckstück
Anfang des 20. Jahrhunderts machte J. Traber beim Bau eines Hauses in der
Flur «Chilestigli* einen ausserordentlichen Fund. Es handelte sich dabei
um eine 6.5 cm grosse ScheibenfibeL Sie ist mit Filigrandrähten aus Gold
und mehreren Stein- und Glaseinlagen verziert. In der Mitte funkelte ur-
sprünglich ein grösser Edelstein, wie dies bei vergleichbaren Funden zu
sehen ist. Mit solchen Scheibenfibeln verschlossen die Frauen im 7. Jahr-
hundert ihre Mäntel. Dies lässt sich dank Untersuchungen von Textilresten
an den Objekten sowie durch zeitgenössische Darstellungen nachweisen.
Das Steckborner Glanzstück stammt wahrscheinlich aus einem frühmit-
telalterlichen Grab, von dem jedoch keine weiteren Informationen vorlie-
gen. Erst 1958 wurde nämlich in der Nähe des Fundorts der Scheibenfibel
das Gräberfeld Steckborn- Chilestigli archäologisch untersucht.
Scheibenfibeln mit Filigranverzierung gehören zu den aufwändigsten und
kompliziertesten Schmuckstücken der Merowingerzeit. Sie zeugen vom
grossen handwerklichen und künstlerischen Können der damaligen Gold-
schmiede. Jedes Stück ist ein Unikat. Die Scheibenfibel vom Chilestigli
kann im Museum Turmhof in Steckbom bewunden werden
PD Dr. habil. Urs Leuzinger
Leiter Museum für Archäologie Frauenfeld