Ausstellung zum 100. Todestag von Bundesrat Adolf Deucher (1831 - 1912)
Adolf Deucher, Bundesrat aus Steckborn
Adolf Deucher hat mit seinem Pioniergeist und seiner schier unerschöpflichen
Schaffenskraft die politische und soziale Landschaft der Schweiz nachhaltig
geprägt. Am 10. Juli 2012 jährt sich der Todestag des berühmten Steckborners
Museum im Turmhof, Bundesrat Adolf Deucher, 1831 - 1912
zum hundertsten Mal. Der Kanton Thurgau, die Stadt Steckborn und verschiedene
Museum im Turmhof, Bundesrat Adolf Deucher, 1831 - 1912 Ölgemälde von Adolf Deucher um 1911 gemalt von August Benziger
Institutionen erweisen ihrem Mitbürger mit mehreren Veranstaltungen die Ehre
und rufen seine Verdienste in Erinnerung. Wer war Adolf Deucher?
Ein Wegbereiter des Sozialstaates
Seine Geburt fällt 1831 in die Zeit eines politischen Aufbruchs, welcher in
der Schweiz 1848 zur Gründung des Bundesstaates führt. Dieses Ereignis erlebt
Adolf Deucher als Medizinstudent und wird, getreu der Familientradition, Arzt
in Steckborn.
Doch sein Herz schlägt schon früh für die Politik, und so lässt er sich als
26-Jähriger in die Schulbehörde und ein Jahr später in den Thurgauer Kantonsrat
wählen. Als junger Politiker trägt Deucher durchaus cholerische Züge, zieht
aus Zorn über die Niederlage in einem Schulhausstreit von Steckborn nach
Frauenfeld und tritt 1872, nach nur drei Jahren im Bundesparlament, als
Nationalrat zurück, obschon er kurz zuvor glanzvoll bestätigt wurde.
Eine Karriere mit frühen Brechungen, aber einer umso grösseren Dauerhaftigkeit
in den späteren Jahren. Nach dem „Ausflug“ in die Bundespolitik bekleidet er
vorerst wieder mehrere lokale und kantonale Ämter, bis er nach sieben Jahren
Museum im Turmhof, Bundesrat Adolf Deucher, 1831 - 1912 Schattenrisszeichnung des jungen Adolf Deuchers
sowohl in die Thurgauer Regierung, als auch in den Nationalrat einzieht.
Schon 1882 präsidiert er das nationale Parlament.
Im Jahr darauf wird der Katholik Deucher, seinen eher schroffen Umgangsformen
zum Trotz, dank der Unterstützung vieler Stimmen aus dem welschen und dem
liberalen Lager, in den Bundesrat gewählt. Den Ausschlag für seine Wahl haben
Museum im Turmhof, Bundesrat Adolf Deucher, 1831 - 1912 Familienwappen der Deuchers
seine Effizienz und seine Sachkunde gegeben. Diese stellt er in einem Parcours
durch alle Departemente unter Beweis und bekleidet viermal das Amt des
Bundespräsidenten. Drei Jahrzehnte lang wirkt Adolf Deucher in der Landesregierung,
bis zu seinem Tod im Jahre 1912.
Sein Leistungsausweis ist enorm: Obwohl aus grossbürgerlichem Hause, entfaltet
er eine Aktivität, die vor allem dem werktätigen Volk zugute kommt und im Einklang
mit den damaligen linksliberalen Positionen steht. Dem Arzt Deucher liegen
Volksgesundheit und Wohlfahrt am Herzen. Er kämpft für eine obligatorische
Kranken- und Unfallversicherung, für eine Regelung der Arbeitszeiten und ein
Verbot der Kinderarbeit, für eine Arbeitslosenversicherung und für drastisch
höhere Subventionen an die Bauern – revolutionäre Anliegen, die nach ihm zu
den „Kernkompetenzen“ der Linken zählen werden.
Ausstellungsdauer
12. Mai 2012 bis 21. Oktober 2012
Gedenkanlass
Am 7. Juli 2012 führt die Stadt Steckborn eine Gedenkfeier zum hundertsten
Todestag durch. Am Festakt wird der noch namenlose Steckborner Quai auf den
Namen «Adolf-Deucher-Quai» gekürt.
Podiumsgespräche
In der Sommersaison finden Sonderanlässe des Museums im Turmhof in
Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Steckborn statt. In Gesprächen
mit Personen aus der Öffentlichkeit werden die Leistungen Deuchers in
seinen Tätigkeitsfeldern in Steckborn, im Thurgau und in Bundesbern mit
den heutigen Situationen in Beziehung gesetzt.
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